Der Geburtsbericht… und happy birthday!

Nachts um zwei wache ich mit Magenschmerzen auf und renne – soweit das mit meinem Bauchumfang möglich ist – ins Bad! Mist! Wer bitte braucht kurz vor Geburt eine Magendarmverstimmung?

Nach ner gefühlten Ewigkeit und in echt ca. 30 Minuten später liege ich wieder im Bett! Sobald ich kurz vorm einschlafen bin, zwickt es… gut, wieder vorbei. Also einschlafen… und da zwickt es wieder. Mir kam nicht wirklich in den Sinn, dass das Wehen sind. Beim ersten Kind war alles anders 🙂

Ich schnappe mir die Uhr – tatsächlich – regelmäßige Abstände im 4 Minutentakt.

Ich wecke den Lieblingsmann und teile ihm mit, dass es los geht. Er sagt, ich soll ihm bescheid sagen, sobald es ernst wird und schläft weiter 🙂

Ich stehe auf und bemerke erst jetzt, dass es endlich geregnet hat. Die Luft des Hochsommers gereinigt ist und ich am offenen Fenster frei durchatmen kann. Eben genau so, wie ich es mir zur Geburt meiner Tochter gewünscht habe.

Ich gehe ins Geburtszimmer, öffne die Fenster ganz weit, zünde die Duftlampe an und drehe die Stereoanlage mit der vorbereiteten Musik auf angenehm leise.

Ein Blick ins Schlafzimmer zeigt: der Lieblingssohn und der Lieblingsmann schlafen wie die Engel.

Ich laufe die Treppe ins Erdgeschoss und brühe mir einen Himbeerblättertee zur Muttermundöffnung. Während er zieht, informiere ich unsere Freundin, die zur Geburt auf den Sohn aufpassen will. Sie will direkt losfahren, doch ich sage ihr: „Es ist noch locker Zeit!“

Die Wehen werden stärker und ich veratme leicht – ein angenehmes, aufregendes Gefühl.

Ich koche Kaffee und bereite das Frühstück für Mann, Kind und Freundin zu.

Zeit, meine Männer zu wecken. Schließlich will der Sohnemann die Nabelschnur durchschneiden – also nichts mit weiterschlafen 🙂

Es ist 5 Uhr. Die Freundin kommt, die Lieblingsmänner sitzen am Kaffeetisch und ich veratme die Wehen.

Gegen halb 7 Uhr rufe ich die Hebamme an. Sie möchte am Telefon bleiben, um zu hören, wie ich die Wehe veratme. Danach sagt sie direkt: „Okay, du machst das großartig – ich dusche und komme!“

Gegen 7 Uhr schicke ich die Freundin mit dem Sohnemann wie vereinbart zur Nachbarin. Dort darf er spielen, bis sein Schwesterchen tatsächlich kommt.

Ich gehe wieder nach oben ins Bad. Eine Dusche tut jetzt sicher gut. Vorher bitte ich den Lieblingsmann die Folie aufs Geburtsbett zu legen.

Ich stehe unter der Dusche und da überkommt es mich. Jetzt geht es schon los? Ich kann das nicht glauben und schleppe mich auf allen Vieren ins Geburtszimmer. Dort verscheuche ich den Mann, der die Folie doch akkurat aufs Geburtsbett legen wollte.

Ich schreie, er möge sofort die Hebamme anrufen. Ich habe Presswehen und möchte nicht ohne sie gebären.

Er weiß gar nicht, wie ihm geschieht – ruft die Hebamme an und sie sagt: „Mach die Tür auf, ich parke gerade!“

Er rennt runter, öffnet die Tür. Die Hebamme kommt angerannt, hält im Flur inne, hört mich tönen und sagt: „Ruf euren Sohn – das Baby kommt!“

Der beste aller Männer ordert Sohn und Freundin bei. Unterdessen ist die Hebamme bei mir angekommen, schiebt mir noch schnell ein Fließ unter – hat keine Zeit mehr, sich umzuziehen und sagt einfach: „Du darfst pressen!“

Was für eine Erleichterung. Endlich darf ich dem Druck nachgeben!

Ich presse – einmal, zweimal – der Liebste sitzt hinter mir und hält meinen Oberkörper fest. Die Freundin hält den Großen liebevoll im Arm. Die Hebamme sagt: „Das Köpfchen ist da!“

Noch eine Presswehe und ich schreie: „Komm raus kleine Maus, komme raus!“

Und da ist siiiieeee – um 07.41h

Geburt Soe

Und wie Ihr seht, heute – zehn Jahre später – erinnere ich mich an jedes Detail!

Gerade haben wir gemeinsam alle Geburtsbilder angeschaut und ja, ein paar Tränchen waren auch dabei!

Eine Geburt – welch ein Wunder! Einfach unbeschreiblich!

Danke, dass Du bei uns bist und unser Leben so unglaublich bereicherst kleine große Zauberfee

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Happy Birthday – mit 10 bist Du GROSSartig!

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